Kirchberghof in Herlinghausen öffnet Türen und zeigt neue Pläne

Seit 2023 leiten Charlotte und Daniel Wach den Kirchberghof in Herlinghausen. Seitdem wurde renoviert, geplant und investiert. Der Blick hinter die Kulissen zeigt, welche Herausforderungen der Betrieb einer solchen Einrichtung mit sich bringt.

Das Christliche Freizeitzentrum Kirchberghof in Herlinghausen öffnet am 5. Juli ab 11 Uhr seine Türen. Wer vorbeikommt, bekommt auch einen Eindruck davon, was sich auf dem Gelände seit dem Leitungswechsel verändert hat.

„Am Anfang war viel Organisatorisches zu bewältigen“, erklärt Daniel Wach. Das Kennenlernen der Mitarbeiter und die Klärung von Zuständigkeiten gehörten zu den wichtigsten ersten Schritten.

Es wurden eine neue Homepage und ein Buchungsportal eingerichtet. Außerdem stellte sich der Kirchberghof digital neu auf. „Erst danach haben wir eine Bestandsaufnahme der Gebäude vorgenommen und einen Sanierungs- und Kostenplan erstellt“, berichtet Charlotte Wach, die die Buchführung des Hauses verantwortet. Ganz nebenbei musste sich die fünfköpfige Familie mit ihren drei schulpflichtigen Kindern auch im neuen Zuhause einleben.

Vor etwa eineinhalb Jahren wurden die ersten Baumaßnahmen in Angriff genommen. Da der Verein die Kosten nicht allein tragen kann, ist der Kirchberghof auf Spenden angewiesen.

„Wir haben derzeit 64 Betten und die müssen belegt werden, damit wir einigermaßen wirtschaftlich arbeiten können“, sagt das Ehepaar. Gleichzeitig müssen die Bauarbeiten in ruhigeren Zeiten vorangetrieben werden. „Das sind vielfältige Herausforderungen. Aber wenn die Kinder und Jugendlichen hier mit einem Lachen über den Hof laufen, wissen wir, dass es gut ist, was wir tun.“

Die Hofscheune wurde inzwischen komplett renoviert. Dort befinden sich heute Kiosk, Kicker und Billardtisch. Aktuell dient sie auch als Seminarraum. Langfristig soll sie jedoch vor allem Raum für Spiel, Begegnung und kleinere Veranstaltungen bieten.

„Der Ausbau des Dachbodens ist leider nicht machbar“, berichtet Daniel Wach. Brandschutzauflagen, Trittschall- und Dämmmaßnahmen sowie ein zusätzlicher Fluchtweg würden den finanziellen Rahmen sprengen. Inzwischen wurde dort jedoch in Leichtbauweise ein Lagerraum geschaffen. Zudem eignet sich der Dachboden hervorragend zum Trocknen der großen Zelte.

Als besonderes Sorgenkind bezeichnet das Ehepaar den sogenannten „Kotten“. „Damals stand die Frage im Raum: Abriss oder Sanierung“, erinnert sich Charlotte Wach. Inzwischen wurden neue Heizkörper, Fenster, Fußböden und Tapeten eingebaut. Nun soll zusätzlich ein Zimmer für Gruppenleiter mit eigener Nasszelle entstehen.

Für unerwarteten Aufwand sorgten auch neue Abgasvorschriften. Sie bedeuteten das Aus für die fünf Öfen auf dem Gelände. Im Zuge der Renovierung der Hofscheune musste der alte Kachelofen ausgebaut werden. Dank zahlreicher Spenden konnte jedoch ein neuer freistehender Ofen installiert werden, der inzwischen für Wärme sorgt. Als Nächstes soll auf der Deele ein weiterer Kaminofen angeschlossen werden.

Ferienwohnung soll Seminarraum werden

Die „Villa“ – wie der Kotten ein freistehendes Gebäude auf dem Gelände – beherbergt derzeit eine Ferienwohnung. Hier sehen die Verantwortlichen Potenzial für einen zweiten Seminarraum mit Platz für 15 bis 20 Personen.

Auch die sogenannte „Klause“ beschäftigt die Betreiber. Nach einem ersten Bauabschnitt wurde das Gebäude nicht weiter ausgebaut. Es verfügt weder über einen Wasseranschluss noch über Toiletten. Da dort Seminare stattfinden, ist das auf Dauer keine Lösung. „Hier sind wir mit der Kirchengemeinde im Gespräch“, sagt Charlotte Wach.

Gedacht wird an einen Anbau mit Toiletten und einem zusätzlichen Raum nach, den auch die benachbarte Kirchengemeinde nutzen könnte.

Eine Herzensangelegenheit der Betreiber ist der geplante „Raum der Stille“. Das kleine Zimmer mit Dachschräge soll künftig Platz für Andachten und persönliche Rückzugsmomente bieten.

„Auf der einen Seite können sich Kinder und Jugendliche beim Fußball, Hockey oder an der Kletterwand austoben. Aber es gibt auch Momente, in denen sie sich zurückziehen möchten“, sagt die dreifache Mutter. In den Mehrbettzimmern sei das oft nur eingeschränkt möglich.

Derzeit stemmen 15 Mitarbeiter, darunter mehrere Ehrenamtliche sowie vier Freiwillige, die Arbeit auf dem Hof. Drei der FSJler verlassen den Kirchberghof im Sommer. „Wir haben dann drei FSJ-Stellen frei und freuen uns über Bewerbungen“, sagt Daniel Wach. Die Freiwilligen durchlaufen die Bereiche Küche, Holzwerkstatt, Gästebetreuung und Reinigung. Für viele sei das eine wertvolle Orientierung für die weitere Lebensplanung.

Ferienangebote mit freien Plätzen

Im Sommerferienprogramm steht vom 19. bis 25. Juli das „Camp für Kids“ unter dem Motto „Ritter und Prinzessinnen“ auf dem Programm. Hier sind noch Plätze frei. Anmeldungen sind unter www.kirchberghof-ev.de/anmeldung möglich.

Die Hoftage vom 27. bis 31. Juli stehen unter dem Titel „Robin Hood“. „Dank der Unterstützung durch die Bürgerstiftung Warburg können wir die Preise so gestalten, dass auch Familien mit geringeren finanziellen Möglichkeiten teilnehmen können“, betonen Charlotte und Daniel Wach.

Bericht: Westfalenblatt vom 20.06.2026