Chronik

Daten zur Geschichte von Herlinghausen

Die nachfolgende tabellarische Übersicht unternimmt den Versuch, Daten aus der Geschichte des Ortes Herlinghausen vorzustellen.
Eine Ortsgeschichte, die die vielfältigen Aspekte des Lebens in einem „Ort an der Grenze“ darstellt.

Gerade Herlinghausen litt in der historischen Rückschau unter den Gegensätzen zwischen Hessen, dem Fürstbistum Paderborn und anderen örtlichen Interessenträgern in besonderer Weise.
Diese haben die Entwicklung des Ortes mehr behindert als gefördert.

Es ist dem Lebensmut der Bewohner zu verdanken, dass der Ort trotz dieser Widerwärtigkeiten in der Lage war, zu überleben.

*Sämtliche Daten wurden zusammengestellt von Walter Strümper aus Calenberg als ein Beitrag zur Ausstellung im Museum im „Stern“ vom Jahr 2006; ergänzt und unterstützt von Ortsvorsteher Peter Kramer und Rainer Herwig aus Herlinghausen*

Um den Überblick zu erleichtern, haben wir für diese Homepage einzelne Epochen zusammengefasst.
Klicken Sie einfach auf eine der für Sie interessante Epoche…..und der entsprechende Inhalt geht auf…..
Oder öffnen Sie alle Epochen gleichzeitig und tauchen ein in die über 1000-jährige Geschichte von Herlinghausen.

Jahre 868 bis 1500 n. Chr.


868 n.Chr.
vermutlich erste Erwähnung des Ortes in der Gründungsurkunde des adeligen Damenstiftes Heerse. Dort heißt es (Übersetzung aus dem lateinischen Text):

„Aber damit nicht die erwähnte paderborner Kirche durch die Tat sowohl einen Schaden auf sich nimmt oder zu ertragen haben (wird), haben die gleiche Kirche – (der Bischof) – selbst wie seine (des Bischofs) Schwester tradiert, was auch immer ihm (dem Bischof) in Ordaginghausen vererbt werden könnte oder die Schwester in den erwähnten Orten Lutti, Sandremi, Bochem und Her(I)ingi zu besitzen scheint, nie (…) kontradiert wird.

1192
Das Kloster Flechtdorf unter Abt Sifridus führte über lange Zeit einen Rechtsstreit über den Zehnten in Herlinghausen gegen einen gewissen Alexander und seine Ehefrau Cunigunde. Die Ansprüche werden durch einen Vergleich aufgegeben.

Um 1246
Herlinghausen wird als zur Vogtei Wormeln gehörig bezeichnet, die dem Geschlecht der Grafen Everstein unterstand, welche zu jener Zeit in der Region die Gerichtsbarkeit ausübten.
Die Kirche von Herlinghausen gehörte zum Mainzer Archidiakonat Hofgeismar.

1294
Durch Abrücken der Grafen Everstein aus ihren Besitzungen in dieser Region verstärkt sich zeitweilig der Kölner Einfluss. Sie erlangen die Herrschaft über Rhöda, Breuna, Hidessen, Herlinghausen und Wettesingen.

1307
Erobern die Paderborner Calenberg von den Kölnern und belehnen die Herren von Papenheim mit der Burg.
Die Vogtei Wormeln wird von den Eversteinern für unbestimmte Zeit an die Herren von Calenberg übergeben, zu der auch Herlinghausen gehörte.

1308
Werden Besitzungen des Klosters Busdorf aus Paderborn in Herlinghausen nachgewiesen. 1308 willigt der Probst von Busdorf dem Verkauf von Grundvermögen in Herlinghausen an das Kloster Wormeln zu.

1471
bestätigen Dechant und Kapitel von Busdorf dem Wormelner Kloster diesen Besitz.

1341
Die Calenberger Herren aus dem Geschlecht von Papenheim werden mit dem halben Gericht zu Herlinghausen belehnt. Es ist unklar, ob die Belehnung von Hessen oder von Paderborn ausgesprochen wurde. Die unklare Lage führt in den folgenden Jahrzehnten zu ständigen Konflikten zwischen dem Fürstbistum von Paderborn und Hessen. Die Streitigkeiten entzündeten sich auch an den zwei-felhaften aus Erbschaften abgeleiteten Besitzrechten der Schartenbergischen/ Gudenbergischen/ Malsburger oder Calenbergischen Dörfer Herlinghausen und Wettesingen.

1413
Der waldecksche Ritter Heinrich von Twerne richtet einen Fehdebrief an die Herren von Calenberg. In dem Fehdebrief wird den Bewohnern von Herlinghausen als Helfer der Herren von Calenberg ebenfalls die Fehde angekündigt.

1444
erscheint die Pfarrkirche als lehnrührige Stiftung der Herren von Calenberg (Papenheim). Die Kirche ist älter als diese Erwähnung und ist wahrscheinlich in der Zeit zwischen 1250 und 1330 errichtet worden. Das genaue Gründungsdatum kann nicht genannt werden. Die Jahreszahl 1444 erscheint in einer Urkunde, in der u.a. Herlinghausen an die Herren von Gudensburg übergeht.

1457
verkaufen die Herren von Calenberg (Papenheim) ihre Rechte an Heinrich von Gudenberg. Der Fürstbischof hielt seinen Anspruch auf die Landeshoheit aufrecht, was zu einem langwierigen Rechtstreit vor dem Reichskammergericht führte. Eine Entscheidung traf das Gericht nicht.

1464 – 1471
Im Calenberger Krieg zwischen dem Landgrafen von Hessen und dem Fürstbistum Paderborn wechselt Herlinghausen mehrfach den Besitzer.

Jahre 1500 bis 1700 n. Chr.


1535
Das gudenbergsche Dorf Herlinghausen geht an die Herren von der Malsburg über. Daraus ergeben sich wiederum jahrzehnte lange Streitigkeiten zwischen Paderborn und Hessen, die sich hauptsächlich an der Frage der Gerichtsbarkeit entzünden.

1539
wird die „Ordnung der christlichen Kirchenzucht“ (Ziegenhainer Kirchenordnung) eingeführt. Da die Herlinghäuser Kirche im Malsburger Gerichtsbezirk lag, wird auch die Ordnung in Herlinghausen verbindlich, allerdings noch nicht sofort durchgesetzt.

Wahrscheinlich ab 1541
bekennen sich die Herlinghäuser zum reformierten Glauben.

1549
verlangt Fürstbischof Rembert von den Herlinghäusern die Schatzung und Steuer. Die Beschwerde der Herren von der Malsburg beim Landgrafen in Cassel hatte keinen Erfolg.

1580
bilden Herlinghausen und Ersen eine Pfarrei mit dem Sitz in Herlinghausen unter dem Patronat der Herren von der Malsburg.
1600 wird der Heidelberger Katechismus übernommen. Alle Relikte aus der katholischen Tradition werden nun endgültig abgeschafft.

1588
Kammergerichtsprozess über die Zuordnung des Reinhardswaldes, Helmarshausen, Liebenau, Amt Trendelburg, Herlinghausen, Wettesingen und der Herrschaft Schöneberg zwischen Paderborn und Hessen. Das Verfahren geht zu Gunsten Hessens aus.

1597
kommt es zu dem Grenzvergleich. Herlinghausen wird endgültig dem Fürstbistum Paderborn zugeschlagen. Allerdings muss sich der Fürstbischof bereit erklären, den reformierten Glauben der Herlinghäuser unangetastet zu lassen.

Im Vertrag von Augsburg 1555 war der Grundsatz „cujus regio, ejus religio“ (kurz: Der Landesfürst bestimmt die Religion seiner Landeskinder) vereinbart worden. Der Fürstbischof verzichtet in diesem Vertrag ausdrücklich darauf, dass die Herlinghäuser zum kath. Glauben zurückkehren sollen, obwohl um diese Zeit die Gegenreformation in Paderborn im vollen Gange und Warburg bereits wieder zur alten Religion zurückgekehrt war.

Auch bestätigt der Vertrag die Rechte der Herren von der Malsburg, was in den kommenden Jahrhunderten immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten über die Zuständigkeit bei der Schatzung bzw. Steuererhebung, aber auch bei der Aushebung von Soldaten zur Verteidigung des Reichsinteressen führte.

Dem Fürstbischof wurde nach dem Vertrag die Landeshoheit mit Erhebung der Reichssteuer und der Landfolge überlassen, während die Zivil- und Kriminaljurisdiktion, das Jagdrecht und die „Kirchenbestellung in dem hergekommenen Bestand“ den Malsburgern zugesprochen wird.

Ebenso wird die Freiheit vom Go-, Frei- und Sendgericht und die Freiheit von der Soldatensteuer den Herlinghäusern von Paderborn bestätigt.

1618-1648
Dreißigjähriger Krieg. Auch Herlinghausen wird während der schlimmen Jahren immer wieder von durchziehenden Truppen geplündert und geschändet. Obwohl in den Akten nicht ausdrücklich erwähnt, erleidet auch der Ort schlimme Verwüstungen, so dass der Amtmann von Zierenberg feststellt, dass die Gräuel der Zeit „nicht genugsam zu beschreiben“ sind.

1660
versucht der Pfarrer von Calenberg, Vitalis Grever, die jährliche Prozession durch Herlinghausen zu führen, um so den Anspruch Paderborns zur Ausübung des katholischen Ritus auch in dieser Gemeinde durchzusetzen. Es kommt zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen den Herlinghäusern und den Prozessionsteilneh¬mern.

1663
fordert der Fürstbischof von Paderborn, dass bischöfliche Edikte an die Kirchentür in Herlinghausen angeschlagen werden müssen. Hiergegen wehren sich die Bewohner erfolgreich. Pater Vitalis muss erneut erfolglos den Rückweg antreten. Aber er kam wieder.

An den Kampf um die seit den 1660er Jahren von Calenberg her veranstalteten Prozessionen nach und bei Herlinghausen, die zum Teil sogar militärisch gesichert werden mussten, erinnerte noch Mitte des 18. Jhdrts. die in der Bibliothek des Osnabrücker Dominikanerkonvents gezeigte sogenannte „Herlinghäuser Kleiderbürste“, der Stock mit dem sich der kräftige Dominikanerpater Pastor Vitalis der spottenden Protestanten erwehret hätte….“ Und das war so:

1671
Versucht der Pater wiederum eine Bittprozession durch Herlinghausen zu führen.
„am Mittwoch in der Bittwoche laut dem „ordinarius rituum“ der Kirche zu Wormeln das Dorf Wormeln in Prozession nach Herlinghausen gezogen (….) und die Calenberger mit ihnen gegangen“. Pater Vitalis hatte vorsorglich einen dicken Knüppel mitgenommen mit dem er auf die Herlinghäuser „eindrosch, die katholisches Brauchtum vom Wegesrand lächerlich zu machen suchten.“
Als man später dem Pater Vitalis Grever vorhielt, mit diesem Knüppel doch unchristlich gehandelt zu haben, meinte er, das sei doch seine Kleiderbürste, die er zufällig unter der Kutte gehabt hätte. Während die Herlinghäuser in der Kirche ihren Gottesdienst in ihrer Kirche begingen, zog die katholische Prozession fahnenschwenkend um die Kirche.

Die Auseinandersetzungen halten auch noch an, als die Prozession nicht mehr durch Herlinghausen sondern durch Dalheim geführt wird. Noch 1835 wird die Prozession von Dalheimer Schützen gesichert.

1665
Der Schützenverein wird neu gegründet. Es muß aber bereits Ende des 16.Jahrhunderts eine Schützenbruderschaft bestanden haben. Durch den 30jährigen Krieg war die erste Schützenbruderschaft untergegangen, so dass nun eine Neugründung erfolgte.
Die Gründung wurde nicht vom Fürstbischof von Paderborn, sondern vom Landgrafen von Hessen bestätigt, weil auf Grund des Vertrages von 1597 die Zuständigkeit von den Hessen beansprucht wurde. Paderborn protestiert nicht. Wenn auch viele der Bestimmungen der Satzung der Schützenbruderschaft Warburgs von 1591 ähnlich sind, so bestehen aber zu den Schützenvereinen anderer Orte im ehemaligen Hochstift gravierende Unterschiede.
Der bedeutendste Unterschied besteht darin, dass jährlich kein Schützenkönig ausgeschossen wird, sondern derjenige den Jahrespreis erlangt, der als bester Schütze die höchsten Ringe erreicht.

Jahre 1700 bis 1900 n. Chr.


1754
Die Differenzen über die Grenzziehung und die sich daraus ergebenden Rechte und Pflichten hielten auch noch während des 17. und 18. Jahrhunderts an. Erst 1754 kommt es zu einer endgültigen Einigung, die durch die Aufstellung von Grenzsteinen in den folgen¬den Jahren gefestigt wird.

1757
Auf Anordnung der fürstbischöflichen Verwaltung berichtet der Freigraf von Warburg über Herlinghausen: Im Ort stehen 59 Häuser. „worinnen Juden und Christen (…) wohnen.“
Es wird angezeigt, dass in 17 Häusern „Judenfamilien occupiert“ wohnen. Es ist zu vermuten, dass die ersten jüdischen Einwanderer zum Ende des 16. Jahrhunderts und nach dem 30jährigen Krieg eingewandert sind. Nach einer Statistik von 1802 waren mehr als 30 % der Bewohner im Ort Juden.

1757
Beginn des 7jährigen Krieges. Herlinghausen wird wie andere Orte an der großen Heerstraße von den Durchzügen der französischen und alliierten Truppen stark belastet.
Aus mündlicher Überliefung wird in Herlinghausen aus dem Jahre 1759 berichtet:
„Am 5. August wird Burghard Flöreken von einem Franzosen erschossen. Die Not war groß.“ Und weiter: „Weilen in gegenwärtig betrübten Kriegszeiten alles abfouragiert und veräussert“ wurde, könne man trotz „verschiedenen Anmahnungen“ nichts abliefern.
Nach der Schlacht bei Minden am 13.8.1759 bezog Herzog Ferdinand von Braunschweig – Lüneburg Stellung an den Hängen in Herlinghausen.

1769
wird eine allgemeine Brandversicherung eingeführt.

1787
erhalten alle Häuser in Herlinghausen Hausnummern.

1802
Preußen übernehmen im Vorgriff auf den Reichdeputationshauptschluss das Hochstift Paderborn.

1803
Die Preußen verlangen, dass Herlinghäuser zum Militärdienst herangezogen werden müssen. Die Einwendungen der Malsburger werden zurückgewiesen.

1807
Gründung des Königsreich Westfalen mit der Hauptstadt Kassel. 1809 wird die Municipalverfassung eingeführt. Herlinghausen wird Kantonsort im Kanton Niederlistingen.

1808/1809
Einführung der französischen Rechtsordnung; dazu gehörten: der „Code civil“, die Wehrpflicht, die Personalsteuer, die Patentsteuer und die Konsumtionssteuer. Auch wurden die Bauernbefreiung und die Judenbefreiung verfügt.

1809 am 08.04.
Hessischer Aufstand, der von den Freiherren von Dörenberg und von der Malsburg angeführt wurde. Auch die Herlinghauser beteiligten sich. Der Aufstand brach nach einigen Tagen zusammen.

1813
Ende des Königreich Westfalens. Kosaken fallen auf dem Vormarsch nach Frankreich auch in Herlinghausen ein. Wahrscheinlich brachten sie die „Rothe Ruhr“ mit.

1826
An der hessischen Landesgrenze wird ein Zollansagehaus errichtet. Alle Warentransporte, die vom „Ausland“ eingeführt wurden, mussten dort angemeldet werden. Von dem Zollhaus ging dann ein Zollbeamter bis zum Zollamt nach Warburg mit.

1830
Herlinghausen wird Zollrechtlich wegen der alten Rechte der Herren von der Malsburg als Ausland behandelt. Landprodukte, die von den Bauern nach Warburg und anderen Orten in Westfalen verkauft werden, werden mit Einfuhrzöllen belegt. Zu den Steuern zieht der preußische Staat die Bewohner von Herlinghausen heran.

1832
werden die Ländereien im Grenzbereich Herlinghausen neu vermessen. Im Ergebnis werden aus dem ehemaligen Gemeindebezirk Herlinghausen 214 Morgen an Wettesingen und 150 Morgen an Ersen zugewiesen. Bereits 1814 war bei einer verwaltungsrechtlichen Auseinandersetzung zwischen den Herren von Spiegel und der Gemeinde Herlinghausen über die Gemeindehude, den Herlinghäusern das Recht abgesprochen, die Hudefläche von 7 Morgen umzubrechen und als Ackerland zu bebauen. In dem darauf folgenden Gerichtsverfahren kommt es 1823 zum Vergleich. Herlinghausen erhielt die Hälfte der Hudefläche als Eigentum, die an die Bewohner verpachtet werden können.

1845
Schreibt der Chronist in die Dorfchronik:
„In diesem Jahre wurde die neue Schulle mit dem Neubau ganz fertig, so daß der Einzug gehalten werden konnte. Sie ist von Meistern gebauet namens Kaufholz und Eegelen aus Wormeln. Die Gemeinde stellte das Bauholz und Steine und Stroh und leistete hierbei den Handscharwerk. Der Kostenanschlag war 1560 rl. Das Holz geht von obig der Gemeinde zuguthe in Abrechnung.“

Die alte Schule ist heute zu einen Wohnhaus umgebaut.

1853
Die westfälische Eisenbahn wird eröffnet. (21.7.) Der preußische König Friedrich-Wilhelm IV übernimmt die Eröffnungszeremonie.
In der Warburger Chronik ist zu lesen:“Die Herlinghäuser Schützen sind zur Abnahme des königlichen Defilees an der hessischen Grenze angetreten, weil seine Majestät von Haueda kommend nach Westfalen einfährt.“
Bereits 1848 schreibt der Chronist von Herlinghausen:„Zugleich wurde auch in diesem Jahre die Eisenbahnstrecke von Cassel bis Warburg in Arbeit genommen, weshalb in unserem Orte über 200 fremde Arbeiter in Kost gingen, welche sich gerade in diesem Jahre sehr unruhig verhielten und der Polizei viel zu schaffen machten.“

1866
Preußisch – Östereichischer Krieg. Aus Herlinghausen nehmen der Meier Reichmann, Ludwig Bolte und Martin Hosse an dem Krieg teil. Die Preußen annektieren Hessen.

1869
erste Grablegung auf dem Friedhof der jüdischen Gemeinde. Der Friedhof liegt heute auf hessischer Seite und wird von der Gemeinde Breuna verwaltet. Bestattungen finden hier nicht mehr statt.

1871
Deutsch-Französischer Krieg. Auch Herlinghäuser werden zu Armee einberufen. Eine Gedenktafel, die ursprünglich in der Kirche und heute in der „Herlingihalle“ hängt, erinnert an die Gefallenen und die Kriegsteilnehmer

1892
Schreibt der Chronist: „…wurde unsere Gemeinde auf Antrag und Mitwirkung des Königli. Consistoriums Münster staatlich als selbständige Pfarrstelle gegründet.“ Bis dahin war man ein Filialort von Ersen.

1894
beschaffte die Gemeinde Herlinghausen eine neue Feuerspritze und zwei fahrbare Wasserkübe

Jahre 1900 bis 1945 n. Chr.


1906
Schreibt der Chronist: „wurde in hiesiger Gemeinde eine Genossenschaft gegründet. Dieselbe kaufte eine 12jährige Dampfdreschmaschine nebst Häckselmaschine…“

1908-1912
Wurden etliche Straßen- und Wegebauarbeiten zur Verbesserung und Erhaltung der dörflichen Infrastruktur in Herlinghausen vorgenommen.

Wurden etliche Straßen- und Wegebauarbeiten zur Verbesserung und Erhaltung der dörflichen Infrastruktur in Herlinghausen vorgenommen.

1911
Herlinghausen erhält eine Telegraphenhilfsstelle. Ab 1929 wird eine Poststelle mit eigenem Zustellbereich eingerichtet. Bis dahin kam der fahrende Landzusteller von Warburg. Erster Posthalter war Christian Plücker. Im Jahr 1973 wird dann die ortseigene Poststelle aufgehoben.

1914/1918 1. Weltkrieg
Aus Herlinghausen werden 61 junge Männer zur Armee einberufen. 1915 kommen zwölf, 1916 fünf, 1917 vier und 1918 drei Herlinghäuser hinzu.
Der Ausfall der vielen Männern führte zu erheblichen Problemen in der Landwirtschaft, die die Ernährung der verbliebenen Frauen und Kinder sehr gefährdete. An Stelle der fehlenden Männer übernahmen Frauen und Kinder die Arbeiten auf den Höfen. 1916 wurden zunächst englische Kriegsgefangene später russische Gefangene im Ort zur Hilfe in der Landwirtschaft eingesetzt.

1918
1.November: Rücktritt des Kaisers, Waffenstillstand ; zwölf Herlinghäuser kehrten nicht mehr in ihre Heimat zurück. Sie waren Opfer dieses Krieges. Am Totenfeste (3. Sonntag im November)

1920
gedachte die Gemeinde der Kriegsopfer.
28.Dezember: Bildung eines Bauern- und Soldatenrates in Herlinghausen

1921
Herlinghausen wird an das Stromnetz angeschlossen, nachdem die Gemeindevertretung bereits im Jahre 1919 beschlossen hatte, ein elektrisches Ortsnetz ausbauen zu lassen. Zuvor hatte sich der Gemeinderat in einer Bürgerversammlung hierzu beauftragen lassen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 125.000 Mark.

1929/1930
Herlinghausen erhält ein geschlossenes Wasserleitungsnetz.

1931
In Herlinghausen wird eine Ortsgruppe der NSDAP gegründet.

1933
Die Chronik berichtet: „Die Gemeinde steht hinter dem Führer Adolf Hitler (…) Seit 1933 stimmte sie bei den Wahlen stets mit 100 %.“
Ferner wurden in diesem Jahr zwei weitere Quellen zur Wasserversorgung des Ortes erschlossen und die Dreschgenossenschaft baute in der Lehmkuhle einen Dreschschuppen.

1934
folgte eine Pumpanlage zur Sicherstellung einer dauerhaften Wasserversorgung im Ort. Außerdem wurden Ortsstraßen und Wege gebaut sowie ausgebaut und erhalten.
Auch mußte, laut Gesetz, eine Freiwillige Feuerwehr gebildet werden.

1938
Schreibt der Chronist: „Die Feuerwehr konnte voll ausgerüstet werden. Jetzt bleibt noch der Steigerturm zu errichten.
Der Wegebau wurde weiter gefördert durch Verbesserung des Weges über den Klasenberg sowie des oberen Teiles der Drift.
Der Absatz von Rundfunkapparaten hat zugenommen. Zur Zeit befinden sich 35 im Betrieb.“
Darüber hinaus schreibt er zum Handwerk, Gewerbe und Erwerbsleben im Dorf:
„Es sei darum einmal aufgezählt, was im vorigen Jahrhundert im Dorfe noch betrieben wurde: Leinenweberei, Färberei, Branntweinbrennerei, Bäckerei, Schäferei, Schneider- und Maurerhandwerk.
Heute sind noch vorhanden: Schuster, Schreiner, Schmiede, Wirte, Kleinkaufmann
Fehlende Handwerke und Gewerbe: Schneider, Bäcker, Metzger, Zimmermann, Dachdecker, Maurer, Anstreicher, Sattler, Klempner
Das riesenhafte Anwachsen der Auto- und Flugzeugindustrie in Kassel hat schon zur Abwanderung einiger Dorfgenossen geführt.
Die vor elf Jahren gegründete Spar- und Darlehnskasse hat sich gut eingelebt und erfreut sich eines steigenden Warenumsatzes.“

1939
Beginn des zweiten Weltkrieges. Im Laufe des Krieges werden 80 Herlinghäuser zum Kriegsdienst eingezogen.
Die Einberufung der Männer brachte, wie schon im letzten Krieg, auch in Herlinghausen erhebliche Schwierigkeiten in der Landwirtschaft.
Die Chronik berichtet: „Trotzdem konnten alle landwirtschaftlichen Arbeiten glatt erledigt werden, weil durch Kriegsgefangene oder Zivilarbeiter aus Polen und der Ukraine genügend Ersatz gestellt wurde. Nur Handwerker sind rar.“ Und an anderer Stelle für das Jahr 1942 wird ausgeführt: „Im dritten Kriegsjahr machte sich die Not auch in der Ernährung hart fühlbar.Die Brot- und Fettzuteilung wurde herabgesetzt“
Die durch die Luftangriffe im Ruhrgebiet ausgebombten Menschen wurden evakuiert. Ein Teil dieser Evakuierten wurde auch in Herlinghausen aufgenommen.

Jahre 1945 bis 1970 n. Chr.


1945
Kriegsende. Von Mitte Oktober 1944 bis zum 10. März 1945 war die Schule mit Truppen der SS- Panzerdivision „Das Reich“ belegt. Am 31. März 1945 – Karsamstag – zwischen 10 und 11 Uhr rückten amerikanische Truppen ein. „Das Dorf wurde nicht verteidigt. (…) Die geringen deutschen Truppen – Landschützen, Soldaten der Flugabwehr (Flak) versprengte Infanterie und Mitglieder der Organisation Todt (O.T.) wurden im Walde gefangen genommen.

Ein alter Landschütze, der schon am 1. Weltkrieg teilgenommen hatte, wurde getötet. Ebenso ein russischer Kriegsgefangener bei der Arbeit auf dem Felde(…)“ so die Chronik.
Sie beschreibt ausführlich die ersten Tage nach dem Einmarsch der amerikanischen Armee und berichtet, dass eine Plünderung des Ortes unterblieb, weil die angetroffenen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen einhellig den Amerikanern erklärten, sie seien gut behandelt worden und hätten keinen Mangel gelitten.
Die Bevölkerung hatte danach viele Lasten für die Unterbringung der Zwangsarbeiter und der russischen Kriegsgefangenen zu tragen.
Aber auch für die aus dem Ruhrgebiet Evakuierten, inzwischen waren es 150 Personen geworden, mussten Unterkünfte und Lebensmittel bereitgestellt werden. Es war eine sorgenvolle Zeit.

Von 1939 – 1945 waren 17 Herlinghäuser gefallen, 7 vermisst, einer an einem anderen Orte bei einem Luftangriff zu Tode gekommen. Bis Ende 1949 kehrten 7 Herlinghäuser aus russischer Kriegsgefangenschaft in ihre Heimat zurück.
Langsam begann die Normalisierung der öffentlichen Lebens, die nach demokratischen Prinzipien organisiert wurde.

1955
Schreibt erstmals wieder der damalige Bürgermeister Heinrich Meyer, als eine Art Bestandsaufnahme, einen Beitrag in die Dorfchronik die im Jahr 1800 begonnen wurde:

„Auch unsere Gemeinde hat große Opfer bringen müssen und muß den Tod von 28 ihrer Söhne beklagen, 14 Söhne unserer Gemeinde gelten bis heute noch vermisst.

Im Jahre 1946 legte der bisherige hiesige Bürgermeister, Landwirt Christian Plücker sein Amt nieder. Sein Nachfolger wurde der Landwirt Gustav Wolff, der nach kurzer Amtszeit durch meinen Vorgänger, den Posthalter August Gröschell noch im Jahre 1946 abgelöst wurde. Dessen Nachfolger bin ich, Heinrich Meyer, im Jahre 1952 geworden.

Nachdem in den letzten Kriegsjahren die hiesige Pfarrstelle verwaist war und die Gottesdienste und kirchlichen Amtsgeschäfte durch den Pfarrer P. Cremer, Warburg, wahrgenommen wurden, haben wir im Jahre 1946 wieder einen eigenen Pfarrer P. Degener bekommen. Derselbe hat im Kriege sein Augenlicht verloren. Kirchmeister ist der Rentner Wilhelm Schmidt No. 7.

Die hiesige Schulstelle wird immer noch durch den Lehrer Weißenborn verwaltet. Im Jahre 1947 wurde eine zweite Schulstelle hier eingerichtet, die der Gemeinde erhebliche Kosten verursacht. Inhaberin dieser Schulstelle ist Frau Eldenburg.

Brandmeister der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr Georg Käckel hat im Jahre 1953 sein Amt niedergelegt und ist im Jahre 1954 gestorben. Sein Nachfolger wurde Fritz Budde.

Der frühere Amtsgehilfe und Fleischbeschauer Ernst Fischer wurde vor meiner Amtszeit bereits als Amtsgehilfe durch den Rentner Wilhelm Schmidt, No. 7 und in diesem Jahre als Fleischbeschauer durch seinen Neffen Georg Thiele, 21, abgelöst.

Ortslandwirt ist Heinr. Koch, No. 10, Vorsitzender der Dreschgenossenschaft der Bauer Fritz Hold, Vorsitzender der Spar- und Darlehnskasse Gustav Wolff und Rendant derselben Heinrich Nolte, Nr. 81, Vorsitzender des Schützenvereins ist Fritz Großjohann.

Während den Krieg- und ersten Nachkriegsjahren infolge fehlenden Materials manche Arbeiten in der Gemeinde nicht zur Ausführung gelangen konnten, war es dann meinem Vorgänger möglich, die Straße „in den Bracken“ teeren zu lassen, um hiermit das Aufreissen der Straßendecke bei Hochwasser zu vermeiden. Diese Maßnahme hat sich gut bewährt. Außerdem wurde zu dessen Amtszeit „die Tränke“ und „der Knickhagen“ kanalisiert und die Wege in „der Tränke“, „Knickhagen“, „Trift“ und einer Teilstrecke des „Schönbergerweges“ instand gesetzt.

Seit meinem Amtsantritt wurden die Wege „Hinter den Höfen“ und „Am Kirchberg“ ausgebaut und „der Schrotweg“ instand gesetzt. Im vergangenen Jahre wurde mit der Kanalisation der Kreisstraße begonnen. Eine Teilstrecke vom Hause Julius Schmidt Nr. 61 ½ bis Georg Grimm Nr. 34 ist fertig gestellt. Die Weiterführung von meinem Hause Nr. 32 bis Konrad Thiele Nr. 85 soll in diesem Jahre erfolgen.

Das zum Kaufpreise in Höhe von 6700,- RM von der Finanzverwaltung im Jahre 1942 erworbene Hausgrundstück 69 ist gemäß Gerichtsbeschluß der Wiedergutmachungskammer Paderborn im Vorjahre an die Erben Kleeblatt wieder zurück gefallen.

Im Jahre 1954 sind erhebliche Aufforstungsarbeiten im Gemeindewald durchgeführt worden.

Nachzutragen ist, daß im Jahre 1953 der alte Feuerlöschteich zugeschüttet und die Quellen eingefasst und zum „Spring“ abgeleitet wurden. Eine neue, aber einfache Stauanlage wurde in der „Bicke“ eingerichtet.

1956
Den Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege wurde in diesem Jahre ein würdiges, jedoch schlichtes Ehrenmal errichtet.

1957
Schreibt der Bürgermeister: „In diesem Jahr wurde die Restkanalisation des gesamten Ortes durchgeführt. Sodann wurden sämtliche Dorfstraßen und Wege, sowie die Feldwege „Hinter den Höfen“, „Trift“, „Clasenberg“ und „Schrotweg“ ausgebaut und mit einer Teerdecke versehen.

Herlinghausen ist ein schmuckes Dörfchen geworden.“

1958
erhielt die Freiwillige Feuerwehr eine neue Motorspritze. Ferner bekam die Gemeinde gegen Abgabe von 7 ha Wiesen in den sogenannten Bruchwiesen ein Bauland in Größe von etwa 3 ½ ha als Siedlungsgelände für Baulustige wie man damals sagte.

1959/1960
Wurden die Wirtschaftwege an der Landkuhle und am Chausseehaus ausgebaut und mit einer Teerdecke versehen.
Der Bürgermeister schreibt: „Die Gemeinde verfügt nunmehr über die besten Straßen und Wege im gesamten Kreisgebiet Warburg.“

1961
Im Angesicht von Kubakrise und Mauerbau in Berlin schreibt ein besorgter Bürgermeister Heinrich Meyer in die Chronik:

„Die politische Lage ist sehr ernst. Gott möge die Völker und ihre Regierungen so lenken und leiten, daß es nicht zu einem neuen Krieg komme. Der wachsende Wohlstand verblendet unser Volk, daß es den Ernst der Stunde nicht erkennen will. Gott steh uns bei.“

1963 – 1965
Im Rückblick auf diese Jahre berichtet die Dorfchronik, daß eine neue zweiklassige Schule und zwei Lehrerdienstwohnungen errichtet wurden. Ferner wurde der Friedhof in den letzten Jahren verschönert und würdig hergerichtet.
Am 12.7.1965 stürzte infolge Hochwassers ein Teil der sogenannten langen Brücke bei Warburg ein. Die Verbindung zur Stadt war für einige Tage unterbrochen.

1966
In diesem Jahr wurde der Bachlauf vom Spring bis zum Knickhagen verrohrt.

Bei einem Frühschoppen der Schützen des örtlichen Schützenvereins im Sommer 1966 kam der Gedanke auf, einen eigenen Sportverein zu gründen.
Mit dieser Idee wurde der damals an der Schule in Herlinghausen tätige Lehrer Erich Deichmann konfrontiert.
Aufgrund der Initiative der Ideengeber und des Herrn Deichmann (selbst auch 1.Vorsitzender von 1968 bis 1970) wurde der SSV Herlinghausen am 04. August 1966 gegründet.

1968
Resigniert schreibt Heinrich Meyer: „Die Würfel sind gefallen; die Gemeinde mußte als der Schwächere dem Stärkeren weichen; die Volksschule Herlinghausen wird in diesem Jahr aufgelöst; das Gebäude wird künftig einer Sonderschule des Einzugsgebietes des Schulverbandes Warburg dienen.“

1969
Ist in der Dorfchronik zu lesen: „Geplant ist die Errichtung einer Friedhofskapelle, eines größeren Feuerwehrgerätehauses und einer Turnhalle. Mit Ausnahme des Rohbaus der Friedhofskapelle zum Jahresschluss sind die übrigen Maßnahmen bisher nicht zur Ausführung gelangt.
Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform ist die Eingemeindung der hiesigen Gemeinde in die Gemeinde Warburg geplant. Es steht zu befürchten, daß die Gemeinde auch in diesem Kampf unterliegen wird; sie wird sich aber bis zum Äußersten zur Wehr setzen und sich nur der Gewalt beugen.“

Jahre 1970 bis heute


1970 – 1974
Zusammenfassend ist vermerkt:
„Inzwischen wurde die neue Friedhofskapelle errichtet und ihrer Bestimmung übergeben. Auch der Umbau des früheren Dreschschuppens zum Feuerwehrgerätehaus wurde durchgeführt.

Vom Mühlenweg (Wettesingerstr.) bzw. von der Gemarkungsgrenze Calenberg/Herlinghausen wurde parallel zur Bundesstraße 7 bis zu den Hängen, das ist etwa die Gemarkungsgrenze Oberlistingen/Herlinghausen, der Wirtschaftsweg ausgebaut und mit einer Teerdecke versehen; auch der Weg „Hundepfad“ wurde in gleicher Weise ausgebaut.

Es wurde auch ein neuer Sportplatz im „Rautental“ errichtet. Im Anschluss an den neuen Sportplatz wurde ein Kinderspielplatz eingerichtet.
Auch die Straßenbeleuchtung wurde erweitert und an der Wasserleitung noch mehrere Absperrschieber eingebaut. Der Bau von Bürgersteigen an der Hauptstraße ist geplant.

Im Rückblick auf die Aufbaujahre nach dem Krieg schreibt Heinrich Meyer: „In meiner 20jährigen Amtszeit wurden in der Gemeinde somit Hoch- und Tiefbaumaßnahmen mit einem Kostenaufwand von 1.068.000,- DM durchgeführt. Die Verschuldung der Gemeinde beträgt demgegenüber rund
85 000,- DM.

Die Gebietsreform ist nun nicht mehr aufzuhalten. Unsere Gemeinde mit einer über 1000jährigen Tradition wird ihre Selbständigkeit verlieren und in die Gemeinde Warburg eingegliedert werden“

1975 – 1979
Als letzter Eintrag in die Dorfchronik ist zu lesen:
„In diesen fünf Jahren ist nicht viel geschehen. Die kommunale Neuordnung hat erwartungsgemäß das bisherige gemeindliche Eigenleben weitgehend zum Erliegen gebracht. Der Ortsvorsteher spielt nur noch eine unbedeutende Rolle und ist weisungsgemäß dem Stadtdirektor der Großgemeinde verpflichtet, finanzielle Mittel stehen ihm nicht zur Verfügung, so daß jede Eigeninitiative unterbleiben muß.

In der Berichtszeit (1976) wurde die neue Schule zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. Neben der finanziellen Hilfe durch die Stadt sind ganz erhebliche Eigenleistungen in bar und unbar durch die Einwohner dieses Stadtteils aufgebracht worden, vornehmlich durch den hiesigen Schützenverein und seine Mitglieder.“

Zur Oktoberwoche 1975
wurde von dem Grafiker Wegener zur Ausstattung des Standes der neugegliederten Stadt Warburg für jeden Stadtteil besondere „Wappen“ entwickelt.

Anmerkung:
Die nachfolgenden Ortsvorsteher haben leider keine Aufzeichnungen über Veränderungen im Ort zusammen gestellt. Jahreszahlen können daher nur noch erinnerlich genannt werden. Gleichwohl hat es zahlreiche Verbesserungen und Erneuerungen der örtlichen Infrastrukturen und auch berichtenswerte Anlässe gegeben, die hier folgend, wenn sicher auch unvollständig, aufgezählt werden sollen.

Anfang der 1980er Jahre
erfolgt die grundlegende Erneuerung und Sanierung der Erser Straße. Sie ist die Hauptdurchgangsstraße des Dorfes und wird im Bereich der Ortseinfahrt von Warburg kommend verlegt, begradigt und verbreitert. Im Zuge dieser Baumaßnahme wird auch der Hof Baake zum großen Teil abgerissen.

Im Nachgang an diese dorfprägenden Arbeiten vor ca. 30 Jahren wurde auch der Dorfplatz neu gestaltet.

1983/1984
erfolgt der Umbau eines ehemaligen Hofes zum Kirchberghof und dessen christliche Jugendarbeit.

1990
Feierte der hiesige Schützenverein zusammen mit zahlreichen Gästen und befreundeten Vereinen sein 325jähriges Bestehen. 1. Vorsitzender Hans Ewald Cramme begrüßte den damaligen Warburger Bürgermeister Paul Mohr, der am Dorfplatz vor dem Gasthaus „Zum Dorfbrunnen“ die Festansprache hielt.

1995
Gründung des Hallenfördervereins Herlinghausen. 14 Jahre später erfolgte der Kauf der Herlingihalle für einen symbolischen EURO von der Stadt Warburg.

1996
Wird Thomas Apel Stadtschützenkönig. Herlinghausen richtet nach 1986, wo Frank Scharm regierte, zum 2. Mal das Stadtschützenfest aus.

Bau einer Flutlichtanlage am Sportplatz des SSV Herlinghausen

Etwa 1998
begann die Erschließung und Bebauung von 9 Bauplätzen des Neubaugebietes „Clasenberg“ und 17 Bauplätzen „Auf dem Oberen Holz“.
Darüber hinaus wurde die vorhandene Dorfstruktur, das vorhandene Straßen-, Wege- und Verkehrsnetz sowie die Versorgungsleitungen Jahr für Jahr immer wieder verbessert und erneuert.

1999
Der SSV Herlinghausen baut sein Sportheim direkt an die „Rautentalhütte“
Die Sportanlage zählt heute zu einer der schönsten im Sportkreis Warburg

2005
Zum ersten Mal findet am Sportfest-Sonntag ein „Open-Air“ Gottesdienst am Sportplatz statt.
Dieses wird als fester Bestandteil ins künftige Sportfest-Programm mit aufgenommen.

2006
Der SSV Herlinghausen wird 40 Jahre alt und feiert diesen Geburtstag anlässlich des Sportfestes im Juli 2006 sowie an einem Festakt am 02. September 2006 in der Herlingi-Halle.

2008
gelingt es den Herlinghäusern, trotz anfänglicher, erheblicher Widerstände, einen Wanderweg von Herlinghausen nach Dalheim zu schaffen.

Der SSV Herlinghausen veranstaltet zusammen mit anderen Vereinen aus dem Dorf zum ersten Mal einen Distanz-Reit-Wettbewerb

2009
Und wieder findet ein Distanz-Reit-Wettbewerb in Herlinghausen statt….Gastgeber: SSV Herlinghausen….und alle örtlichen Vereine helfen mit

2010/2011
erfolgt der Anschluss vieler Häuser an das Ferngasnetz sowie die Einrichtung von ersten Glasfaserleitungen für hyperschnelle Datenübertragungsverbindungen. Ein Werk für die Zukunft!

Auf Initiative des Schützenvereins und mit tatkräftiger Hilfe aller örtlichen Vereine und Institutionen erhält unsere ehrwürdige Kirche eine Außenbeleuchtung.
Um dieses Ziel zu erreichen, findet zum ersten Mal ein gemeinsames Dorffest statt, an dem sich alle örtlichen Vereine und Institutionen beteiligen unter dem Motto „Rund um die Kirche“….der Erlös fliest ein für die Anschaffung der Außenbeleuchtung.

2011
erringt Martin Laudage die Stadtschützenwürde. Im April findet in Herlinghausen bei herrlichen Sonnenschein zum 3. Mal ein Stadtschützenfest statt. Der Schützenverein wird als weiteres „Großereignis“ in 2015 sein 350jähriges Bestehen feiern.

2013
Am 12.06.2013 ist der SSV Herlinghausen zum ersten Mal in seiner Geschichte Ausrichter des Kreispokalendspiels des ehemaligen Sportkreises Warburg.
Mehr als 400 Zuschauer zu Gast im Herlinghäuser „Rautental“ feiern bei schönem Wetter und einer perfekten Organisation ein Fußballfest. In einem interessantes Spiel gewinnt der SV Dringenberg mit einem zum Schluß klaren 5:2 gegen den VfR Borgentreich. Der SSV Herlinghausen und das Dorf insgesamt haben sich kreisweit als würdiger Endspielausrichter präsentiert und erntet von allen Seiten viel Lob.

2016
Ortsheimatpfleger Rainer Hewig eröffnet das Dorfarchiv

Der SSV Herlinghausen wird 50 Jahre alt und feiert diesen Geburtstag anlässlich des Sportfestes im Juli 2016 sowie an einem Festakt am 10. September 2016 in der Herlingi-Halle.
Als Gastredner fungierten unter anderem der Bürgermeister der Hansestadt Warburg, Michael Stickeln, sowie der Staatssekretär im hessischen Ministerium für Soziales und Integration, Dr. Wolfgang Dippel, der ein Freund des SSV Herlinghausen ist.

2017
Nach heftigen Unwettern ergießt sich im Juni gleich 3 mal in kurzen Abständen eine Schlammlawine durch das Dorf.
Schöner Erfolg:
Die Herlinghäuserin Claudia Bretthauer hat sich einen Traum erfüllt und ist neue
Deutsche Meisterin im Distanzfahren.
Sie bewältigte mit ihrer 16-jährigen Vollblutaraberstute Altanas Samara die 102 Kilometer in einer Fahrzeit von 6:25,30 Stunden.

In der Zeit von Juli bis November wird die Kreisstraße 24 zwischen Herlinghausen und Ersen ausgebaut.

2018
Herlinghausen wird 1150 Jahre alt. Zu diesem Anlass veröffentlicht Ortsheimatpfleger Rainer Herwig ein Buch über die langjährige Geschichte des Dorfes


Haben Sie alles gelesen?
Sind Sie durch alle Epochen der sehr vielfältigen Geschichte des Ortes Herlinghausen „gegangen“?

Die Schreiber dieser Chronik ziehen ein
Fazit:
Viel ist geschehen, viel ist bisher erreicht worden. Alles wäre aber nicht möglich gewesen, wenn nicht die Herlinghäuser all die vergangenen Jahre mit Tat- und Schaffenskraft daran mit gearbeitet hätten.
Es bleibt auch für die kommenden Jahre viel zu tun, damit Altes erhalten bleibt und Neues entsteht.

Damit auch die Bürger in einem Herlinghausen von heute weiterhin sagen können:
„Wir wohnen in einem schmucken Dörfchen.“