Deutsche und asiatische Küche vereinen Imbrahim und Hue Coban in ihrem neuen Imbiss an der B 7 in Scherfede. Benannt hat das Ehepaar seinen Imbiss nach seiner Tochter Anna. Ein schwerer Schicksalsschlag hat die Familie nach Warburg geführt.
„Wenn sie mal groß ist, könnte das eine Existenz für Anna sein, wenn sie das möchte“, sagt der gelernte Koch Ibrahim Coban. Er hat mit seiner Frau Hue (44) und der zweieinhalbjährigen Tochter in Herlinghausen eine neue Heimat gefunden.
Erstes Restaurant in Lübeck eröffnet
Der 64-Jährige stammt aus der Türkei, lebt aber bereits seit 1980 in Deutschland: „Ich habe damals in Hamburg Sportwissenschaften studiert und nebenbei in der Gastronomie gejobbt. Das hat mir so gut gefallen, dass ich nach Abschluss des Studiums eine Ausbildung zum Koch gemacht habe.“
Mit dem Küchenchef-Titel in der Tasche habe er dann in Lübeck sein erstes eigenes Restaurant eröffnet, ein deutsches Fischrestaurant.
Seine beruflichen Wege führten ihn später zurück nach Hamburg, wo er acht Jahre Filmproduktionsmitarbeiter und Gäste des „Studio Hamburg“ in drei Restaurants versorgte.
In Hamburg lernte er auch seine heutige Frau Hue, die aus Vietnam stammt, kennen. Die beiden fanden in dem Restaurant „Die Villa“, das Coban von 1996 bis 2010 führte, zusammen.
„Meine Frau ist ebenfalls gelernte Köchin und wollte gerne wieder asiatisch kochen“, erinnert sich Imbrahim Coban.
Aus diesem Grund hätten sie dann gemeinsam in Schaumburg einen Asia-Imbiss übernommen und acht Jahre geführt. Dann sei seine Frau leider sehr schwer krank geworden.
Neue Heimat in Herlinghausen gefunden
An Arbeit sei zunächst nicht zu denken gewesen. Ibrahim Caban: „„Ich wollte einfach, dass sie sich erholt. Aus diesem Grund habe ich angefangen, für unsere Familie ein Haus in der Natur zu suchen.“ In Herlinghausen wurde er fündig. „Auch Anna kann hier im Dorf glücklich groß werden“, freut er sich. Im Oktober 2025 seien sie umgezogen und würden sich seitdem in dem Dorf sehr wohlfühlen.
Nach dem Umzug nach Herlinghausen fiel Imbrahim Coban der Imbiss in Scherfede auf. Er nutzte die Chance und unterschrieb den Mietvertrag. Nach Renovierungsarbeiten erfolgte die Eröffnung.
Zwischen paniertem Schnitzel und Chop Suey
Unterstützt wird der Küchenchef von zwei asiatischen Mitarbeitern. „Meine Frau kommt aber auch mittags zum Helfen vorbei“, sagt Coban. „Die Soßen kann sie einfach am besten.“
Die deutsch-asiatische Speisekarte bewegt sich zwischen frisch paniertem Schnitzel und Chop Suey. „Alles wird frisch vor den Augen der Gäste zubereitet. Wer zum Beispiel keine Paprika mag oder kein Salz in seinem Essen möchte, kein Problem“, betont Coban.
„Das Fleisch für unsere Gerichte beziehen wir direkt vom Schlachter Schröder gegenüber. Er hat uns sogar eine eigene Wurst kreiert. Die ist auf der Mantaplatte der Renner, mit hausgemachter Curry-Soße und holländischen Pommes.“
„Anna’s Imbiss“ am Kasseler Tor 9 in Scherfede ist täglich immer von 11 bis 21 Uhr geöffnet. Es gibt 52 Sitzplätze und auch draußen können Gäste an drei Tischen Platz nehmen.
Bericht: Westfalenblatt vom 27.05.2026