Musicalprojekt setzt auf alle Generationen

Musicalprojekt setzt auf alle Generationen
Der in Herlinghausen beheimatete Ralf Filker möchte im Frühjahr 2019 eine große Idee umsetzen. Für seine moderne Interpretation der
biblischen Geschichte des verlorenen Sohns sucht er ab sofort Hilfskräfte.
Erstes Treffen im September

17 Jahre nach seinem bislang letzten Musical möchte es Ralf Filker noch einmal wissen: Er plant ein großes Projekt,
braucht dafür aber Unterstützung aus dem Warburger Land.
An seiner Seite steht die evangelische Kirchengemeinde, aber auch ein Experte für Chor und Instrumente:
Thilo Nordheim, freiberuflicher Musiklehrer, wird die musikalische Leitung übernehmen.

Früh übt sich, meint Filker. Halbe Sachen macht der 66-Jährige nicht.
Daher sucht er schon jetzt, fast zehn Monate vor der geplanten Aufführung von “Mensch!” nach Freiwilligen, die sich in fünf verschiedenen Bereichen engagieren:
Bühne, Bühnentechnik, Backstage, Catering und Sonstiges. “Wir wollen so viele Leute wie möglich anregen, sich zu beteiligen”, sagt Filker, der das Musical selbst geschrieben hat.
Bei der Aufgabenverteilung sei man flexibel, auch mehrere Rollen könnten übernommen werden.
Gesucht seien in jedem Fall nicht nur “Stars” auf der Bühne, sondern auch technisch und künstlerisch Versierte
sowie Aufbau- und Abbauhelfer.

“Mensch!” erzählt das Gleichnis vom verlorenen Sohn aus dem Lukasevangelium in der Moderne.
Mensch, der Hauptdarsteller, war lange Zeit im Kirchenchor engagiert, doch sein Interesse an Gott und der Gemeinde sinkt immer weiter, bis er sich abkehrt.
Andere Lebensbereiche wie soziale Medien und Partys bestimmen das Leben, doch nach einiger Zeit zeigen sich die Schattenseiten – das Geld wird knapp, die Freunde kehren sich ab.
Erst der widerwillige Besuch eines Gottesdienstes und die Rückkehr zum Chor bringt Mensch neue Hoffnung.
Was dann passiert, das lässt der Filker noch offen. Es soll ja spannend bleiben.

Wie lange die Aufführung dauern wird, richtet sich auch nach der Anzahl an Darstellern und Helfern im Hintergrund.
“Etwa zwei Stunden sollen es mit Pause schon werden”, sagt er.
Aufgeführt wird am Samstag, 30. März 2019, im Pädagogischen Zentrum, einmal am Nachmittag, einmal am Abend.

Den Auftakt macht ein Treffen am Samstag, 22. September, um 15 Uhr im Corvinushaus.
Dort finden ab November auch die Proben statt, die in der finalen Phase jeden Samstag etwa drei Stunden in Anspruch
nehmen werden.

Nur in wenigen Bereichen wie Musik oder Bühnentechnik setzt Filker auf Profis – das Budget ist begrenzt.
Es wird im Voraus auch von Spenden an die Kirchengemeinde abgesteckt, ein Teil der Kosten wird durch den Eintritt refinanziert.
Von unschätzbarem Wert aber wird der ehrenamtliche Einsatz der Beteiligten sein.
“Etwa 50 brauchen wir schon”, sagt Filker. Nach oben hin sei der Anzahl der Helfer keine Grenzen gesetzt.

Thilo Nordheim obliegt derweil unter anderem die Aufgabe, den Chor zu leiten. “Das wird eine spannende Sache”, sagt der 38-Jährige, der aus Willingen stammt.
Er möchte bewusst auch jene integrieren, die keine Vorkenntnisse haben und dennoch gerne singen.
“Da fehlt es einigen nur am nötigen Selbstbewusstsein, auf der Bühne zu stehen”, sagt der Musiklehrer für Chorgesang,
Keyboard und Schlagzeug.
Dem möchte Nordheim mit dem nötigen Fingerspitzengefühl Abhilfe schaffen. 15 bis 20 Personen bräuchte er, um eine Chorgruppe
auf die Beine zu stellen. Auch er würde gerne mehr Sänger in seinen Reihen begrüßen.

Die Geistlichen der Gemeinde freuen sich derweil schon auf das Projekt.
“Jeder kann entscheiden, wie viel Zeit er einbringt”, sagt Pfarrerin Patrizia Müller.
Einen Aufbruch erwartet Kai-Uwe Schroeter. “Vielleicht kommt Bewegung in die Kirche, Menschen finden über Umwege wieder zum Glauben zurück – ganz wie es das Gleichnis vom verlorenen Sohn erzählt”, sagt der 51-Jährige.
Ob die Rolle des Hauptdarstellers im Übrigen tatsächlich von einem Sohn oder doch einer Tochter besetzt wird, ist derweil noch nicht geklärt. “Eine spannende Sache”, frohlockt Ralf Filker.
“Wir schauen bei den Treffen, wer sich dafür herauskristallisiert.”

© 2018 Neue Westfälische
von Jan Ahlers
Mittwoch 06. Juni 2018